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gegenüber rot sehen 2002

Intervention von Claudio Magoni und Ursula Bohren Magoni im Sarasinpark
anlässlich der Ausstellung 'POSITIONEN' der Gemeinde Riehen 13. Juli bis 11. August 2002

Morgensituation im Sarasinpark Riehen
 

gegenüber rot sehen von Claudio Magoni und Ursula Bohren Magoni ist genau auf die Ost-West-Achse orientiert. Wenn die Sonne am Morgen aufgeht, fällt sie in die Zick-Zack-Form. Sie scheint durch die rote Plexiglasscheibe im Scheitelpunkt und fällt als rotes Licht auf den Rasen auf der Westseite der Wände zwischen deren Schatten. Am Abend, bei Sonnenuntergang, zeigt sich das Gleiche –nur auf der anderen Seite. Im Tagesverlauf drehen sich die Schatten mit dem Sonnenverlauf. Auch die beiden roten Lichtstreifen drehen sich mit. Sie fallen bald auf die Wände und an einem Punkt gar fallen sie als Streiflicht genau parallel zu einer der Wände. Die massiven Wände von 'gegenüber rot sehen' erinnern an Architekturelemente, die immer mal wieder in die englischen Landschaftsgärten hineingestellt wurden und die von einem bestimmten Ort aus, dem 'point de vue' gesehen werden wollten. Der damals intendierte und inszenierte Gegensatz von 'Architektur und Natur' spielt auch bei gegenüber rot sehen. Die Zick-Zack-Form nimmt die grundrissliche Gestaltung des Landschaftsgartens auf, die mit buschigen Waldzungen in den Rasen hineinwächst und wo die Bäume als Bildelemente ins Landschaftsbild hineingesetzt sind. Geht man auf gegenüber rot sehen zu und geht gar hinein, entdeckt man dass die gegenüberliegende Seite in hellem Rot erscheint, der Rasen, die Bäume, der Himmel und die Wolken. Gleichzeitig spiegelt sich im Plexiglas die hinter dem Beobachter liegende Welt und überlagert sich mit der jenseitigen, durch das Plexiglas gesehenen Landschaft.

Eröffnungsrede Robert Schiess, Mitglied der Kommission Bildende Kunst der Gemeinde Riehen, 13. 07.2002